2015 07 19 RothNur eine Woche nach der Hitzeschlacht beim Ironman Frankfurt, wurde Deutschlands schönster und beliebtester Langtriathlon, die „DATEV Challenge Roth" ausgerichtet.

Es war ein sehr schwerer Kampf für die Starter aller Altersklassen, die an diesem Wochenende nach monatelangem Training ihren Jahreshöhepunkt finishen wollten. Stark einsetzende Windböen ab dem späten Vormittag, Temperaturen jenseits der 32°C und zum Nachmittag drückende Schwüle erschwerte allen Athleten den langen Weg zum Ziel.

Bereits im Sommer des Jahres 2014 hatten sich die 3-Kämpfer übers Internet anmelden müssen, um überhaupt noch einen Startplatz für den begehrten Event zu bekommen. Innerhalb von wenigen Minuten waren alle Startplätze ausgebucht. So standen dann am Sonntag, den 12.07. ca. 3410 Einzelstarter und 664 Staffeln in den Startlöchern um in einzelnen Startgruppen a 200 Personen auf die lange Reise geschickt zu werden. Ab 06:30 wurden die Profis ins Wasser gelassen, um 6:40 und 06:45 folgten die Felder der Frauen. Ab 07:00 bis 09:10 Uhr wurden dann im 5 Minutenrytmus alle anderen Startgruppen an die Startlinie des Main-Donau-Kanals gebracht.

Für den RSV Osthelden starteten Jens Kanis, Reiner Bordihn, Andreas Klappert und Erhard Hofmann. Gezittert wurde bei allen Sportlern bis zum späten Samstagabend, ob denn der Neoprenanzug zugelassen wird, da sich die Temperatur des Kanales langsam der 24° Marke näherte. Aber wir hatten Glück und die bessere Wasserlage war gesichert. Für die RSV ler war die Auftaktdisziplin, mit Ausnahme von Hofmann, der angenehmste Part. Schwimmzeiten zwischen 1:16h bis 1:30 waren kalkuliert, Ausreiser nach oben gab’s nur von einem.

Nach einem zügigen Wechsel befanden sich alle Athleten auf der ersten Radrunde. Windschattenfahren war nicht erlaubt, sodass es bei dieser Dichte von Radfahrern sehr schwierig war einen Überholvorgang, ohne zusätzliche Kraftanstrengung, auch sicher abzuschließen. Ab der 2. Runde entzerrten sich die Felder deutlich, dafür kam aber starker Wind mit unangenehmen Böen auf. Der anfangs gut erarbeitete Schnitt fiel deutlich zusammen und sollte vielen AK-Athleten noch einigen Kummer bereiten. Klappert konnte eine sehr zügige Radzeit von 5:31h verbuchen, hatte aber bereits beim Radfahren mit starken Krämpfen zu tun. Hofmann folgte mit 5:40h sah aber in der Wechselzone schon deutlich angeschlagen aus. Jens Kanis folgte nach 5:48h und schimpfte über die böigen Bedingungen, die auch ihm zugesetzt hatten. .Reiner Bordihn meinte dass er noch nie solange Rad gefahren wäre und am liebsten den Tacho weggeworfen hätte. Nach 6:58h erreichte er dennoch halbwegs gut gelaunt die 2. Wechselzone.

Aber es wurde jetzt richtig schwer. Bereits deutlich nach 14:00 Uhr waren die Temperaturen in und um Roth soweit angestiegen, das selbst die Zuschauer unentwegt den Schatten suchten. Die ersten KM bis an den Kanal kosteten alle Sportlern sehr viele Reserven. Andreas hatte weiterhin mit Krämpfen zu tun, sodass er kaum in der Lage war, einen Laufrytmus zu finden. Völlig entkräftet musste er bereits nach 4 KM den Wettkampf abbrechen.

Hofmann folgte als nächster auf die Laufstrecke. Der alte Fuchs wusste aber sich die Körner einzuteilen und versuchte auf den ersten 10 Km einen halbwegs passablen Lauf aufzubauen. Doch die Sonne war unerbittlich, aufziehende Wolken versprachen Schatten, brachten aber wirklich nur drückende Schwüle. Ab Km 15 bis 23 musste der 60-jährige kämpfen, hielt sich aber mit ausreichender Verpflegung, einzelnen Gehpausen und immer wieder setzen von neuen Zwischenzielen in Bewegung. Die Nachrichten vom Ausstieg etlicher Bekannter festigten den Willen, seine „letzte Triathlon-Langdistanz“ auf jeden Fall zu finishen. Nach 11:17 erreichte Erhard erschöpft aber gut gelaunt den Festplatz in Roth. Das angepeilte Ziel, unter die schnellsten 5 seiner Altersklasse zu finishen hatte er erreicht.

Jens Kanis hatte ebenfalls nach dem anstrengenden Radsplitt Probleme auf der Laufstrecke bekommen. Zwar hielt seine Wade den Belastungen stand, dafür bekam er es aber mit dem Magen zu tun, der ihn mehrmals aufforderte, diesen doch bitte ausreichend zu entleeren. So schleppte sich Jens deutlich angeschlagen von einer Verpflegungsstation zur nächsten, um die erforderliche Energie wieder nachzuführen. Der Kopf sagte, du musst weiter, aber der Verstand funktionierte noch, sodass Kanis den Lauf schweren Herzens bei Km 21 abbrach. Enttäuscht, aber sicher, das Richtige getan zu haben, ging’s auf dem kürzesten Weg Richtung Roth. Bereits hier hatte er seinen nächsten Start für 2017 bereits fest im Visier.

Auch Reiner Bordihn war der Kraftakt auf dem Rad anzusehen als er zum Wechsel kam, aber nach ausreichender Wechselzeit machte er sich auf die Laufstrecke. Mit einer schier unglaublichen Energieleistung schleppte er sich über die 42 Km. Aufgeben gibt es für Reiner nicht, vor allem nach dem er gehört hatte, das der RSV schwächelt. Also Augen zu und durch. Viele Gehpassagen, gegenseitiges aufmuntern durch gleichfalls betroffene Athleten, sowie das setzen von Nahzielen ließ die 3-Kämpfer dem Ziel immer näher kommen. Allein der Gedanke an den Genuss, in die Arena einzulaufen und von tausenden im Ziel empfangen zu werden, ließ Reiner weiter wandern. > Und genossen hat er das Rother Feeling, als er nach 14h: 13 Min und 48 Sec im Oval der tobenden Menge stand und diese Atmosphäre aufsaugte.

Es war ein schwerer aber sehr formender Tag, der manch einen über sich hinauswachsen lies.

Aus dem heimischen Raum der Postleitzahl 57 waren insgesamt 18 Athleten gestartet, von denen nur 9 das Ziel in Roth erreichten.


Weitere Finisher:

  • Andreas Berndt > Skiclub Olpe 10:57:04
  • Thomas Schneider > DJK Marienstatt 11:20:42
  • Torsten Neuhaus > RC Lüdenscheid 11:45:49
  • Carmen Theis > DJK Marienstatt 12:04:12
  • Thomas Tippmann > TV Attendorn Tri Time 13:22:40
  • Ernst Klein > TV Attendorn Tri Time 14:48:49
  • Klaus Vollenberg > Rot-Weiss Kirchhundem (Sieger der AK 70 in 15:22:10)


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