Erhard Hofmann bei der ITU WORLD CHAMPIONSHIPS in ZofingenErhard Hofmann bei der ITU WORLD CHAMPIONSHIPS in Zofingen

Am vergangenen Wochenende fanden zum 29. Mal in der Schweiz die Duathlon- Weltmeisterschaften über die Langdistanz statt. Eingebunden in diese internationale Veranstaltung waren Wettkämpfe über die offene Langdistanz, Staffelstarts, sowie eine Kurz-Distanz und mehrere Power-Kids Wettkämpfe.

Für die Teilnahme an der WM mussten sich alle Athleten im Vorfeld neu qualifizieren, oder einen Nachweis erfolgreicher Starts bei nationalen, oder internationalen Wettkämpfen[Platz 1-5] aus dem letzten Jahr nachweisen. Bedingt durch eine fast 2-jährige Wettkampfpause konnte Hofmann den erforderlichen Nachweis erst dieses Jahr bewältigen. Durch die sehr erfolgreiche Teilnahme an Deutschen Meisterschaften in 2015 [Duathlon Kalkar, Platz 4 – Crossduathlon Schleiden, Platz 2 und der Challenge Roth, Platz 5] waren die erforderlichen Kriterien erfüllt und die Deutsche Triathlon Union [DTU] meldete den Sportler zur WM an.

Für Erhard Hofmann ist dies bereits der 4. Start in Zofingen. Erster Start war im Jahr 1997. Hier erreichte er in der AK 40 den 6. Platz in 7:12:07. Im Jahr 2007 wurde Hofmann Vize-Weltmeister mit einer Zeit von 7:48:14. Auch für das Jahr 2012 hatte er sich für diese WM qualifiziert, musste aber nach der ersten Radrunde aussteigen, da er sich im ersten Lauf einen schweren Muskelfaserriss zugezogen hatte.

Bei Temperaturen von knapp unter 9° standen die Athleten an der Startlinie. Eigentlich optimale Bedingungen für einen schnellen Lauf. Aber für die anschließenden Radrunden hätte es ruhig ein paar Grade wärmer sein können. Alles in allem waren die Witterungsbedingungen aber nicht wirklich schlecht.

Um 08:00 Uhr wurde das Feld der Frauen in diesen langen Tag geschickt. Mit einer Stunde Differenz erfolgte um 09:00 Uhr der Start des Männerfeldes.

Die Strecken in Zofingen haben es gewaltig in sich. Die WM-Strecke gilt als eine der schwersten und ist mit der Distanz 10 – 150 – 30 auch die längste angebotene Duathlondistanz der Welt.

Für den ersten Lauf [2 Runden a 5 Km] mussten ca. 140 Höhenmeter je Runde überwunden werden. Vom Start weg ging es ca. 1,5 Km direkt bergan, wobei von einer anfangs gemäßigten Steigung die Strecke immer steiler und kurz vor dem Scheitelpunkt knapp 14 % erreicht wurden. Nach einem kurzen welligen Stück ging es bergab zurück nach Zofingen durch die Wechselzone in die zweite Runde. Hofmann benötigte für diese 2 Laufrunden ca. 41 Minuten und wechselte danach aufs Rad. Bis hierhin konnte er sich in seiner Altersklasse bereits ein kleines Stück absetzen.

Drei Radrunden a 50 Km standen auf dem Programm. Welliges Profil mit ca. 550 Hm je Runde. In den ersten beiden Runden machte ein unangenehmer Nieselregen die Abfahrten vom höchst gelegenen Bottenberg etwas schwierig. Erhard konnte hier erneut einige Plätze gutmachen und sich weiter von seinen Verfolgern distanzieren. In der dritten Runde wurde es zunehmend trockener und alle Athleten kamen unversehrt zum zweiten Wechsel. Mit ca. 9 Minuten Vorsprung wechselte der Hünsborner erneut in die Laufschuhe um die abschließenden 30 Km [2 Runden a 15 Km] zu bewältigen.

An einen ordentlichen Laufrytmus war die ersten 3 Km nicht zu denken. Ein schier endloser Anstieg mit in der Spitze bis ca. 16 % kostete allen Teilnehmern erheblich Körner. Auf der Höhe angekommen folgte ein ständiger Wechsel zwischen kurzen steilen bergab-/ und bergauf Passagen. Am Wendepunkt bei Km 7,5 hatte sich Hofmann nochmals 2 Minuten mehr Luft verschaffen können. Nun ging es die gleiche wellige unangenehme Strecke zurück nach Zofingen, um dann in der abschließenden 2. Laufrunde die letzten 15 Km abzuspulen. In den Steilstücken sah man immer mehr Athleten, die sich mit Gehpausen etwas Luft verschaffen mussten, oder bedingt durch Krämpfe völlig aus dem Rhythmus kamen. Am Wendepunkt war Hofmanns Vorsprung auf etwa 17 Minuten angewachsen. Auf den letzten 7,5 KM musste Erhard richtig beißen. In den Steilstücken war nur noch gehen möglich, aber die Muskulatur hielt. Ab KM 17 ging es nur noch bergab. Das tat zwar höllisch weh, aber mit dem Ziel vor Augen ließ Hofmann nichts mehr anbrennen. Glücklich, aber total ausgepowert kam er nach 8:19:39 ins Stadion und konnte sich mit über 21 Minuten Vorsprung den Titel des Weltmeisters der Altersklasse 60 holen. In dem überaus starken Feld der ca. 170 gestarteten WM-Teilnehmer bedeutete dies einen hervorragenden 77. Gesamtplatz.

Jetzt ist erst einmal Urlaub und Regeneration angesagt!

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